Paul, mein allerbester Freund seit unendlichen Jahren, erstickt auf Raten, seit unendlichen Jahren.
Na, „Gott sei Dank ist es kein Krebs“, hört er immer wieder auf die Frage nach seiner Erkrankung.
Dabei hat er im Gegensatz zu Krebs nicht die geringste Chance auf eine Therapie, keine Chance auf Heilung, auf Behandlung ….. nüscht … gar nüscht!
Seine Mitpatienten in den Krankenhäusern wollten nicht gerade tauschen, trotz Krebs.
Wer kann mit dem Begriff „Lungenfibrose“ denn auch schon etwas anfangen?
Selbst die Forschung hat nur wenige Erkenntnisse, eigentlich noch weniger als nichts.
Sie verdienen daran auch nichts, denn dafür ist diese Erkrankung zu selten.
Bei Paul ist das so:
Gegen jede Vernunft steigt Paul auf einen hohen Berg. Er befindet sich zurzeit auf einer Höhe von ca. 7000m, muss mit einem Sauerstoffgehalt von unter 30% auskommen und steigt trotzdem weiter, gegen jede Vernunft (er kann es nicht beeinflussen). Seine Lunge verklumpt, verhärtet, wird zäher, kann nicht mehr flexibel pumpen! Dadurch wird der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen.
Die Organe (besonders das Herz) verweigern ihre Dienste, sie treten in einen unbefristeten Streik.
Der Körper reagiert und verändert sich! 
Die ständige Luftnot verhindert einen normalen Tagesablauf. Paul bewegt sich nur noch im Zeitlupentempo (von wegen Tempo), muss selbst für einfache Tätigkeiten ganz schön lange „stricken“. Ja selbst das Sprechen fällt ihm schwer (fehlende Luft), manchmal klappt es gar nicht.
Erstickungsanfälle, Schleim abhusten, usw. rauben das letzte der noch vorhandenen Kraft. Schlaf ist für Paul seit Jahrzehnten ein Fremdwort.
Die Lungenfibrose schenkt ihm keine freie Minute mehr.
Zum Überleben benötigt Paul eine ständige Sauerstoffzufuhr. In der Wohnung aus einem stationären Gerät mit einem ca. 15m langen Schlauch (zieht er wie eine Schleppe hinter sich her) und für draußen verfügt er über ein kleines, transportables Gerät (muss nach ca. 6 Std. aufgeladen werden).
Wenn er nicht gerade zu schwach ist, kann er wenigstens so weiterhin am „Leben da draußen“ teilhaben.
Und weil man ja 40 Jahre nicht so „mir nichts, dir nichts“ in wenigen Zeilen beschreiben kann, soll es damit auch gut sein!
Paul hat mich gebeten, den wirklich lieben, beinahe aufopfernden ÄrztenInnen, Pflegern und Schwestern in den Krankenhäuser ….. hier dem Lehrter-Krankenhaus und dem Oststadt-Krankenhaus (dort besonders der Abt. „Heidehaus“) einmal DANKE zu sagen.
Die Bilder, die entstanden bei meinen Besuchen in den Krankenhäusern.
Übrigens, Paul steckt voller Lebensmut, er braucht Verständnis, keinen Trost und noch weniger ….. Mitleid! Habe ich eigentlich schon von “Kleines” gesprochen, die rund um die Uhr über ihn wacht?
Ihr Verzicht auf ein eigenständiges Leben?
Die regelrechte Zerstörung aller Träume?
Das kann man nicht in Worte fassen.
WulF!














